Ich bin dann mal offline – ein Tag ohne Smartphone & Co – Geht das überhaupt?

Je mehr ich darüber nachdenke wann und wofür ich mein Handy nutze, fällt mir auf: Immer und für (fast) alles. Traurig. Die Generationen vor uns haben ja auch ohne Facebook Freunde gefunden und ohne Google Maps den nächsten Supermarkt.

Ein paar Funktionen zu viel? 

Mein Handy ist ja nicht nur zum Telefonieren, Simsen (äh, wer schreibt noch SMS? Im Zeitalter von WhatsApp und Messenger ?) und Fotografieren da. Mein Handy ist in den frühsten Morgenstunden mein Wecker, mein MP3-Player für die gute Laune Musik, meine Zeitung beim Frühstück, meine Verbindung zu meinen Freunden und Familie, mein Navigationsgerät, mein Video-Player, mein Fotoalbum, mein virtueller Kleiderschrank (Ja- wirklich), meine Taschenlampe , mein Einkaufszettel ,mein Wörterbuch, mein Taschenrechner, mein Briefkasten, meine Fernbedienung – bei der ganzen Aufzählung ist es ein Wunder, dass ich noch laufen kann und selbst esse. Ob ich mich von YouTube unterhalten lasse, Bücher auf meiner Kindle-App lese oder meine gebrauchten Sachen per App verkaufe, meine Einkäufe scanne damit ich weiß was in meinem Kühlschrank (nicht) ist und wann es abläuft, meine Outfits via Kleiderschrank-App zusammenstelle oder Hunger durch das leckere Essen auf Instagram und Pinterest bekomme. Mein Handy ist genauso mein Fahrplan, mein Supermarkt, mein Klamottenladen und natürlich auch Zugang zu meinem Blog –der nicht auf 100 Seiten Papier geschrieben ist, sondern online. Was sonst? Die Fitness-App erklärt mir jeden Abend, dass ich zu wenig trinke, kaum Sport treibe und schlecht schlafe. Und dann erinnert mich der Kalender auch noch an irgendwelche Geburtstage…

Wenigstens habe ich keine Spiele auf dem Handy – ich hätte dafür auch gar keine Zeit, wenn ich neben dem gesamten Zeitaufwand für mein Handy auch noch Spiele spielen würde. Morgens lasse ich mich wecken, nehme es mit zum Frühstückstisch, nehme es mit zu Terminen, es ist immer bei mir – Tag und Nacht. Es „schläft“ auf meinem Nachttisch, nachdem ich es liebevoll an sein Kabel angeschlossen habe. Es ist jetzt seit 306 Stunden an – durchgehend. Das ist erschreckend.

Ich nutze es täglich, häufiger als meinen Laptop, häufiger als meinen Fernseher, häufiger als meine Mikrowelle, häufiger als meinen Herd.
Wenn ich es zu Hause lassen würde – ich bin mir sicher – würde etwas fehlen. Ich würde daran denken. Es gehört in meine Tasche, wie mein Haustürschlüssel und Geldbeutel.
Das Gefühl immer erreichbar sein zu können bzw. zu müssen ist irgendwie beklemmend. Und nur im Urlaub kann man mal mit gutem Gewissen das Smartphone aus lassen und entspannen. Aber brauchen wir nicht gerade im Alltag einen Tag oder ein paar Stunden Erholung von dem All-Time-Online-Sein? Ja.
Ich bin kein Freund von großen Vorsätzen für das neue Jahr.

Es geht für mich eher darum zurück zuschauen, zu reflektieren und dann nach vorne zu schauen und festzustellen: Wie soll mein neues Jahr aussehen! Was will ich erleben? Was will ich ändern? Was kann ich für mich tun? Ich würde das nicht Vorsätze nennen sondern Ideen. Denn bei ganz viel Planung oder „Vorsätzen“ hat das Leben trotzdem einige Überraschungen im Ärmel, und am Ende kommt alles doch ganz anders als man denkt.
Also nehme ich mir nicht vor öfter offline zu sein, und ich verbiete mir auch nicht nur so und so viele Minuten am Tag aufs Handy schauen zu dürfen. Ich beobachte nur, dass ich für mich persönlich öfter eine Online-Pause brauche und überlege wie ich das in meinem Alltag umsetzen kann. Ich möchte mich nämlich in Zukunft auf gerne wieder mehr Offline-Medien u.a. Büchern zuwenden oder still und leise vor mich hin vegetieren und das ein oder andere Bild malen. Dafür brauche nicht online sein.
Gerade jetzt über die Feiertage ergibt sich doch prima die Gelegenheit mal das Handy aus zulassen. Wenn auch nur für ein paar Stunden.
Wie steht ihr dazu? Hinterlasst mir gerne eure Meinungen in den Kommentaren 🙂
Eure Anna

Verfasst von

Hallo, schön, dass Du auf meinem Blog vorbei schaust! Ich bin Anna, 21 Jahre und Studentin. Meine Heimat und mein Zuhause ist Münster (NRW, Deutschland). Aktuell studiere ich in Wilhelshaven (Niedersachsen, Deutschland). Ich pendel also häufig zwischen diesen beiden Städten. Euch erwartet auf meinem Blog abwechslungsreicher Content zu Selbstbewusstsein/Selbstwert, Motivation, Travel, Rezensionen und die ein oder andere Kleinigkeit zu kreativen Themen. Im Fokus stehen die Motivation und das Selbstbewusstsein! Ich möchte dich inspirieren und zum Lächeln bringen.

3 Kommentare zu „Ich bin dann mal offline – ein Tag ohne Smartphone & Co – Geht das überhaupt?

  1. Ich bin ja eine ganz andere Generation als Du, aber selbst innerhalb der meinen bin ich eine Art „alien“. – ich skizziere mal ein bisschen warum:

    Ich habe kein Smartphone. Ich hatte nie eins, und so lange es nicht irgendwann einen Zwang gibt, der mich nötigt eins zu haben, werde ich auch keins besitzen. Ich habe ein einfaches Mobiltelefon, mit dem ich telefonieren kann, SMS verschicken (!!! 🙂 ) und Radio hören. Weckeln lassen könnte ich mich damit auch lassen, mache ich aber fast nie. Und eine kleine Taschenlampe hat es auch noch.

    Ansonsten habe ich „nur“ einen stationären PC. Nur, wenn der an ist, kann ich Blog schreiben oder kommentieren oder mailen – mitunter beschäftige ich mich dann auch mit Musik (über spotify oder youtube) aber immer nur, wenn ich online bin. – Bin ich aber (bewusst) nicht immer. Und im Sommer verordne ich mir meist zusätzlich noch eine zwei- bis dreiwöchige Onlinepause.

    All das habe ich ganz bewusst so entschieden, weil ich zum Beispiel auch sehr gern lese, die Natur über alles liebe, und ja, dann habe ich da auch meine kleine Familie.

    Auf der Arbeit muss ich auch oft am Computer arbeiten, teilweise online sein.

    Meinen Freunden schreibe ich per Mail, manchmal (finde ich sehr schön) auch noch richtig „altmodisch“ handschriftlich oder wir telefonieren. Da alle ziemlich weit von mir entfernt wohnen, ist mir das allerdings wichtig.

    Meine Freunde akzeptieren meine „Außerirdischkeit“ und haben kein Problem auf die genannten Weisen mit mir zu kommunizieren.

    Manches im Leben könnte ich vielleicht ein bisschen leichter haben, wenn ich manche Funktion eines Smartphones nutzen könnte. Das bestreite ich nicht. Für mich ist es allerdings eine Frage der eigenen Einstellung, dass nicht alles nur noch immer schneller gehen oder erreichbar sein muss. Und manche Entwicklung möchte ich auch deshalb nicht, weil ich denke, dass sie mich durchschaubarer, abhängiger und im Zweifel auch leichter verwundbar macht. Dem Bezahlen per Smartphone beispielsweise vertraue ich gar nicht – ich habe keine Ahnung, ob das so sicher ist, wie es die Werbung weismacht.

    Wenn ich das so ausführlich geschrieben habe, dann nicht, um Dir oder sonstwem meine „Macke“ schmackhaft zu machen. – Aber ich finde es gut, dass Du Dich, was die Mediennutzung betrifft, hinterfragst. Und ja, ich freue mich denn doch, dass Du zum Beispiel deshalb begonnen hast, darüber nachzudenken, weil Dir zum Beispiel das ganz „gewöhnliche Lesen“ zu fehlen begonnen hat.

    Ich wünsche Dir eine schöne, bisweilen offline Weihnachtszeit. Hab‘ Feiertage, wie Du sie Dir wünschst.

    In diesem Sinne, liebe Grüße an Dich!

    (P.S: „Deine“ Schokotaler sind schon fast aufgefuttert … 🙂 )

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  2. Liebe Anna,
    ich nutze mein Smartphone nur im äußersten Notfall. Beispielsweise mit der Dudenapp. Die bietet viele gute Funktionen. Dort kann man beispielsweise nachgucken, welche Kriterien ein Satz erfüllen muss. Dann hättest du gewusst, dass „Traurig.“ kein kompletter Satz ist. Vielleicht kannst du, auch ohne Hilfe der modernen Kommunikationsmittel, hier noch einiges lernen: LINK WURDE ENTFERNT Ich finde die Angebote dort wirklich cool.
    Liebe Grüße
    Laura

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    1. Hallo Laura,
      natürlich ist „Traurig.“ kein eigener Satz. Natürlich weiß ich das. Wir könnten uns darauf einigen, dass es eine Ellipse ist. Was spricht dagegen sprachliche Mittel auf einem Blog zu verwenden ? Ich möchte mich nicht für meinen Schreibstil rechtfertigen müssen. Konstruktive Kritik ist natürlich erlaubt. Aber ich möchte mich auf meinem Blog auch künstlerisch ausleben und finde es nicht schlimm, wenn das ein oder andere Komma mal verloren geht oder ich hinter nur einem einzigen Wort einen Punkt setze.
      Studierst du Germanistik?
      Liebe Grüße
      Anna

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