„Bleib bei uns, denn der Abend kommt“ von Oliver Susami – eine Rezension

Kurze Info: Bei dem vorgestellten Buch handelt es sich um ein von mir selbstbezahltes Buch. Es gibt keinerlei Kooperationen. Alles was ich hier schreibe ist meine eigene, persönliche Meinung als Leserin. 

Dann fangen wir doch auch gleich mal an.

Der Roman „Bleib bei uns, denn der Abend kommt“ von Oliver Susami ist 2016 erschienen. Der Titel hatte gar nicht so mein Interesse an dem Buch geweckt. Ich konnte mir darunter kaum etwas vorstellen. Meiner Meinung nach ist der Titel auch nicht so gut gewählt. Erst der Klappentext hat mich überzeugt das Buch zu kaufen. Und natürlich, weil ich von Oliver Susami schon einige Bücher habe, die mich sehr beeindruckt haben. Als letzter kleiner Grund wäre erwähnenswert, dass ich mich ohnehin schon seit Jahren für Familienforschung interessiere und mit „dunklen Familiengeschichten“, ob real oder nicht sehr einfach rumzukriegen bin. 😉

Hier also kurz der Klappentext: „Als Thomas Brenner an einem schwülen Sommertag Besuch von seiner 16-jährigen Tochter bekommt, ahnt er nicht, dass ihm ein Gang in die Abgründe seiner Familiengeschichte bevorsteht. Ein Zufallsfund – mehrere alte, schon ganz ausgeblichene Schwarzfotografien – führt den geschiedenen, alleine lebenden Lokalredakteur auf die Spur. Auf den Fotografien: Brenners verstorbener Vater, dieser schmale, unscheinbare Mann, der sein Leben in Angst und manischer Religiosität lebte. Und neben dem Vater: Eine verschwommene, durchscheinende Gestalt, die Brenner nie zuvor gesehen hat. Wer ist dieser geisterhafte Mann? Warum ist er auf den Bildern? Thomas Brenner beginnt zu recherchieren…“ (Copyright Oliver Susami)
Buhh – es geht also um gruselige Fotos und eine unheimliche Familiengeschichte. Was der Klappentext so verlockend beschreibt wird im Laufe des Buches logischer und dadurch immer alles andere als gruseliger. Ich bin insgesamt von den versprochen unheimlichen 236 Buchseiten sehr enttäuscht. Die Spannung, welche sich sonst in den Büchern von Oliver Susami aufgebaut hat, hat mich erst auf den letzten drei Seiten gepackt.
Zurück zum Anfang. Zu Beginn gibt es einen Zeitsprung. Das Buch beginnt damit, dass sich Thomas Brenner in seinem Elternhaus aufhält und offenbar eine „Mission“ hat. Ein paar Seiten danach befinden wir uns bei der Vorgeschichte. Wie dieser Herr Brenner zu seiner Aufgabe kam, die ihn in sein Elternhaus zurückgeführt hat.
Der Protagonist Thomas Brenner führt ein ganz normales, langweiliges Leben bis eines Tages seine Tochter auf der Matte steht und er durch sie an alte Familienfotos kommt. Als er den vermeintlichen Geist auf einem Foto neben seinem Vater entdeckt, beginnt die Geschichte erst richtig. Alles was davor passiert ist, sind die breitgetretenen detailreichen Alltagsbeschreibungen des Lokalredakteurs und seiner Tochter, und ihrer angespannten Vater-Tochter-Beziehung.
Schon gleich ein paar Seiten weiter kommt die nächste Rückblende. Ein kurzer Zeitsprung zu der Zeit von der Geburt des Protagonisten. Die Handlung ist durchzogen von immer wieder eingefügten Rückblenden und Zeitsprüngen, so dass der Leser doch manchmal verwirrt wird.
Thomas Brenner begegnet auf seiner Suche nach dem „Gespenst“ vielen verschiedenen Menschen und die weiteren Erkenntnisse setzten sich langsam zu einem Mosaik zusammen. Gerade am Ende des Buches hatte ich den Drang verspürt dem Protagonist endlich zu erlösen und ihm zu helfen, bevor er endgültig durchdreht.
Meiner Meinung nach ist die Handlung unnötig in die Länge gezogen, bzw. es hätten mehr gruselige Dinge passieren können. Die Geschichte war mir etwas zu fad und auch, dass sich erst viel versprechende gruselige Vorstellungen in logische, flache Tatsachen verwandeln, hat mir ein wenig Leseanreiz genommen. Und nach „Vierter Stock Herbsthaus“ und „Die Knochenfrau“ hat mich dieses Buch leider etwas enttäuscht. Die vorherigen Werke waren um Längen besser geschrieben und die Geschichten haben mich ununterbrochen zum Weiterlesen gezwungen. Während ich dieses Buch fast wieder weg gelegt hätte. Positiv anzumerken ist allerdings, dass ich auch bei diesem Buch wieder das Gefühl hatte neben den Figuren in die Geschichte einzutauchen, als wäre ich dabei gewesen.
Ich bleibe weiterhin „Fan“ und freue mich schon auf das nächste Buch, welches ich von Oliver Susami lesen werde und zwar „Heimsuchung“.
Ich würde jetzt symbolisch 2 von 5 Sternen vergeben. ♥♥
Mich würde jetzt an dieser Stelle interessieren, ob ihr lieber gruselige oder lustige Bücher lest?
Eure Anna

Verfasst von

Hallo, schön, dass Du auf meinem Blog vorbei schaust! Ich bin Anna, 21 Jahre und Studentin. Meine Heimat und mein Zuhause ist Münster (NRW, Deutschland). Aktuell studiere ich in Wilhelshaven (Niedersachsen, Deutschland). Ich pendel also häufig zwischen diesen beiden Städten. Euch erwartet auf meinem Blog abwechslungsreicher Content zu Selbstbewusstsein/Selbstwert, Motivation, Travel, Rezensionen und die ein oder andere Kleinigkeit zu kreativen Themen. Im Fokus stehen die Motivation und das Selbstbewusstsein! Ich möchte dich inspirieren und zum Lächeln bringen.

3 Kommentare zu „„Bleib bei uns, denn der Abend kommt“ von Oliver Susami – eine Rezension

  1. Du bist eine Leserin, die mit Herz liest. Das merke ich an solchen Sätzen, wie:

    „Positiv anzumerken ist allerdings, dass ich auch bei diesem Buch wieder das Gefühl hatte neben den Figuren in die Geschichte einzutauchen, als wäre ich dabei gewesen.“ –

    Dieses Empfinden kann ich sehr nachvollziehen. Bei mir ist es übrigens der entscheidende Grund, weshalb ich Verfilmungen von Büchern sehr skeptisch gegenüber stehe. Ich finde es so viel schöner, wenn beim Lesen in einem selbst Bilder entsstehen und Empfindungen hervorrufen. Wenn ich dann später einen Film dazu sehe, bin ich allermeistens irgendwie enttäuscht. (deshalb mache ich das nur sehr selten.) Geht Dir das auch so?

    Deine Rezension ist schön geschrieben, auich, wenn Dir der Roman nicht so sehr gefallen hat.

    Noch zu Deiner Frage: Ich mag gern spannende Literatur, ein bisschen gruselig kann es schon mal sein (ich habe sogar einiges von Stephen King gelesen), aber es muss irgendwie eine gute Geschichte drum herum sein, ein bisschen Philosophie, menschliche Denkweisen, Motivationen. – Ansonsten lese ich sehr vielfältig. Besonders gern Romane, die mir menschliche Charaktere nahebringen, die atmosphärisch sind. Dass können sowohl „neuzeitlichere“ Werke sein, als auch solche der Weltliteratur, fiktive Geschichten, die eine Zukunft zeichnen, oder auch Romane, die die Artmosphäre eine bestimmten Epoche, einer Landschaft, einer Stadt, der Menschen darin, vermitteln.

    Ich hätte da auch einige Beispiele zu nennen … – Mache ich gern, wenn Du ein paar Empfehlungen möchtest …

    Viele liebe Grüße an Dich, Anna!

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo und vielen Dank für dein Feedback. Ich finde es total schön, dass du dir soviel Zeit nimmst mir zu antworten:). Ich bin von den meisten Verfilmungen auch enttäuscht. Selbst bei Harry Potter fehlen einige Details. Enttäuscht war ich auch von Twilight. Bei „Seelen“ war der Film allerdings besser als das Buch. Es kommt wohl immer darauf an.

      Dein Lesegeschmack klingt richtig vielfältig. Das geht auch so in meine Richtung. Ich brauche es aber tatsächlich ganz häufig richtig gruselig. So, dass Du beim Schattenwurf eines Baumes vor dem Fenster zusammenzuckst.

      Deine Beispiele und Empfehlungen interessieren mich sehr!

      Liebe Grüße Anna

      Gefällt 1 Person

      1. “ So, dass Du beim Schattenwurf eines Baumes vor dem Fenster zusammenzuckst. “ – Oha, das muss dann schon ganz schön heftig sein …

        Zu meinen Buchempfehlungen, hmmm, da könnte und würde ich jettzt am liebsten ganz viel schreiben. Aber ich will es erst einmal bei ein paar wenigen belassen, um die Sache hier nicht zu überfordern. Ich kann ja wieder mal was empfehlen bzw. Du darfst mir gern ein Signal geben, wenn Du mal wieder ein paar Tipps möchtest. –

        Du hast recht, mein Lesegeschmack ist ziemlich vielfältig, es gibt aber auch Genres, die ich nicht mag oder auch solche, die ich noch nicht ausprobiert habe. – Meine kleine Auswahl heute kann also nicht repräsentativ sein, und ich spare mir auch Inhaltsangaben oder große Erklärungen, nenne mal nur Titel und Autor – weitere Informationen wirst Du überall finden. Und dann entscheide halt danach, was Du lesen möchtest. (Freilich würde mich dann interessieren, worauf Deine Wahl tatsächlich gefallen ist, und wie Dir das Gelesene schließlich gefallen hat.

        *

        Ein sehr schönes Buch aus der jüngeren Zeit, das eigentlich als Jugendbuch erschienen ist, das aber Erwachsene genauso lesen können und sollten und das mir wirklich sehr gefallen hat ist von

        Markus Zusak – „Die Bücherdiebin“

        Wenn Du ein bisschen Fktion magst und interessiert bist, wie sich menschliches Verhalten unter unterschiedlichen Extrembedingungen verändern kann/könnte/wird, ist dies hier sehr zu empfehlen:

        Jose Saramago – „Die Stadt der Blinden“ (auch der Folgeroman: „Die Stadt der Sehenden“) – und

        Marc Elsberg – „Black out“ (Diese Vision ist beklemmend nah und realistisch!)

        Fast schon ein Klassiker, von dem ich viele Romane sehr liebe, ist der Folgende – ich schreibe mal nur zwei Titel auf von sehr unterschiedlichen Romanen:

        Robert Merle – „Die Insel“

        Robert Merle – „Der Tod ist mein Beruf“

        Aus dem Bereich der Weltliteratur gibt es einen umwerfend guetn Roman, manchmal als „Frauenroman“ bezeichnet, der aber viel, viel mehr ist. Eine sehr feine Komposition von Milieu-, Charakter- und Landschaftsschilderung in wunderbarer Sprache (ich müsste ihn längst noch mal lesen, meine Lektüre liegt schon viele Jahre zurück):

        Martin Andersen Nexö – „Ditte Menschenkind“

        Und schließlich noch ein letzter, den ich empfehlen MUSS. Es ist mein Lieblingsroman der Neuzeit. An ihm scheiden sich die Geister ein bisschen, weil er viel Philosophisches enthält. Er ist aber spannend, faszinierend, erzählt eine ungewöhnliche, tolle Geschichte:

        Pascal Mercier – „Nachtzug nach Lissabon“

        Dieses Buch habe ich vor nunmehr etwa 5 1/2 Jahren auf dem Ursprungsblogportal, von dem ich komme, mal rezensiert und auch darüber geschrieben, wie dieser Roman auf doch etwas spezielle Weise zu mir gefunden hat, oder ich zu ihm – wenn Du das mal lesen möchtest, liebe Anna, dann klicke bitte nachfolgenden Link an:

        https://gedankenorbit.wordpress.com/2012/10/18/sammelsurium-19-rezension-15067073/

        Ja, soweit erst einmal eine erste „kleine“ Empfehlungsrunde.

        *

        Ich nehme mir gern Zeit, Dir zu antworten, ich bin ein ziemlich leidenschaftlicher Schreiberling, und meine Bloggerei lebt auch von etwas Austausch – ich sehe das als Bereicherung und habe dabei schon viel Interessantes und Schönes entdecken und finden dürfen. – Und Themen wie Bücher und Literatur überhaupt oder so Dinge, wie Du sie noch vor hast, zu Themen wie Selbstbewusstsein/Selbstwert, Motivation usw.. mag ich generell sehr und tausche mich gern darüber aus.

        In diesem Sinne auch heute wieder viele liebe Grüße an Dich!

        Gefällt 1 Person

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